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  1. Do. 19.02.2026 19:00 Uhr
Das nächtliche Europa mit starker Lichtverschmutzung in Orangetönen auf der angeschnittenen blauen Erdkugel.

"Astronomie im Zeitalter der Lichtverschmutzung" – A. Hänel

Lichtverschmutzung ist ein Phänomen der Moderne, das vor wenigen Jahrzehnten noch kaum eine Rolle spielte. Heute entstehen über Städten durch die Streuung des Lichts in der Atmosphäre ganze Lichtkuppeln. 

Verständlicherweise ist die Beleuchtung beispielsweise von Straßen, Flughäfen und Industrieanlagen aus Sicherheitsgründen notwendig. Jedoch verlieren dadurch Tiere und Menschen zunehmend ihren natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus, was bis hin zu massiven Schlafstörungen führt. Insbesondere nachtaktive Tiere und Insekten werden beeinträchtigt, lichtabhängiges Pflanzenwachstum wird gestört. Selbst Zugvögel verlieren ihre Orientierung.

Auch die astronomische Beobachtung leidet unter der Lichtverschmutzung. Können bei klarer Sicht und dunklem Himmel etwa 6.000 Sterne mit bloßem Auge beobachtet werden, so sind es in Städten oft nur einzelne bis wenige hunderte Sterne. Zwei Drittel aller Europäer können die Milchstraße nachts nicht sehen, und die verschiedenen Farben der Sterne sind vielerorts nicht mehr unterscheidbar. 

Neben diesem Verlust des Kulturgutes Nachthimmel steht auch die astronomische Wissenschaft vor großen Herausforderungen. Erdgebundene Teleskope werden inzwischen selbst an entlegenen Orten durch die zunehmende Zahl von Satelliten beeinträchtigt. Welche Auswirkung hat die Lichtverschmutzung langfristig auf unser Leben und wie kann man ihr sinnvoll entgegenwirken? Welche modernen technischen Möglichkeiten gibt es, verantwortungsvoll und nachhaltig zu beleuchten? Können Sternenparks helfen, die Lichtverschmutzung zu reduzieren?

Dr. Andreas Hänel hat in Bonn Physik und Astronomie studiert und 1986 promoviert. Er war fast 33 Jahre lang Leiter des Osnabrücker Planetariums und ist Sprecher der Fachgruppe Dark Sky der Vereinigung der Sternfreunde e. V. (VdS). Für sein Engagement zum Schutz des Sternenhimmels wurde er im August 2021 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. In seinem Vortrag beleuchtet der Referent das spannende Thema der Lichtverschmutzung aus verschiedenen Perspektiven und zeigt aktuelle Entwicklungen zu ihrer Vermeidung auf.

Der Vortrag findet im Rahmen des Themenjahres 2026 „Stadt – Licht – Leben – Energie“ statt.