Die Lyriden - ein Sternschnuppenstrom im April
Im April rücken die Sternschnuppen wieder in den Fokus. Zwischen dem 14. und 26. April lassen sich die sogenannten Lyriden am Nachthimmel beobachten. Dieser Meteorstrom erreicht sein Maximum am 22. April.
Die Lyriden entstehen, wenn winzige Eis- und Staubteilchen, die der Komet Thatcher auf seiner Bahn hinterlassen hat, in die Erdatmosphäre eindringen. Dort verglühen sie und bringen die umgebende Luft zum Leuchten – die typische Sternschnuppenspur entsteht.
In den vergangenen Jahren zeigte sich dieser Sternschnuppenstrom eher zurückhaltend: Unter guten Bedingungen waren meist nur 10 bis 25 Meteore pro Stunde sichtbar. Doch in der Geschichte gab es immer wieder Phasen, in denen die Lyriden überraschend aktiv waren. Sie gelten daher als unberechenbar – und vielleicht hält auch dieses Jahr eine Überraschung bereit.
Ein Blick in den Nachthimmel lohnt sich also in den kommenden Tagen, besonders spät am Abend oder in der Nacht. Ihren Namen verdanken die Lyriden ihrem scheinbaren Ausstrahlungspunkt im Sternbild Leier (Lyra). Dieses Sommersternbild geht erst nach 22 Uhr auf und ist dann gut zu sehen.
Wer mehr über Sternschnuppen erfahren möchte – und vor allem wissen will, wann in diesem Jahr weitere Sternschnuppenströme zu erwarten sind –, sollte sich die Veranstaltung „Sternschnuppen – Zwischen Wunsch und Wissenschaft“ im Planetarium Halle nicht entgehen lassen.
Millionen Lichtjahre entfernt und trotzdem sichtbar – die Andromedagalaxie
Wenn die Abende wieder länger und die Nächte klarer werden, zeigt sich am Herbst- und Winterhimmel eine besondere Attraktion: die Andromedagalaxie. Sie ist das am weitesten entfernte Himmelsobjekt, das wir mit bloßen Augen sehen können. Die Andromedagalaxie, die auch die Bezeichnung M31 trägt, ist rund 2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Das bedeutet, dass das Licht, welches wir heute sehen, bereits vor vor 2,5 Millionen Jahren ausgesandt wurde. Wir blicken also direkt in die ferne Vergangenheit.
Mit dem bloßen Auge erscheint M31 als zarter, nebliger Lichtfleck, der besonders gut in wolkenfreien, dunklen Nächten und ohne Lichtverschmutzung zu erkennen ist. Schon ein Fernglas oder ein kleines Teleskop lassen die Spiralform der Galaxie deutlich hervortreten und machen den Blick auf unsere Nachbarin im All noch eindrucksvoller.
Die beste Zeit zur Beobachtung ist von Oktober bis Februar. Dann steht die Andromedagalaxie hoch am Abendhimmel, sodass sie gut zu sehen ist. Um die Galaxie im Sternbild Andromeda nordöstlich von Pegasus zu finden, sucht man zunächst das Sternbild Cassiopeia mit seiner markanten W-Form. Die Verlängerung einer Linie vom mittleren Stern dieser Figur zu dem Stern rechts unten führt zur Andromedagalaxie.
Für die Fotos danken wir den Mitgliedern der Gesellschaft für astronomische Bildung e. V. am Planetarium Halle (Saale) Carina und Felix Günther, Steffen Peter, Leonhard Bolschakow und Michael Brückner.