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  1. Thu 12.11.2026 19:00 Uhr
Hallesches Stadtwappen: Rote, nach oben offene Sichel mit großem sechseckigen roten Stern überhalb und kleinem unterhalb des Mondes auf weißem Grund

„Vom Licht der Nacht zum Wappen der Stadt“ Prof. Dr. H. Lück

Zu Herkunft und Symbolik des hallischen Stadtwappens

Wie die Wappen anderer Städte ist das Stadtwappen von Halle allgegenwärtig. Es findet sich in unserem Alltag auf Dokumenten (Urkunden), aber auch an öffentlichen Gebäuden, auf Fahnen, an Straßenbahnen, auf Sportkleidung, Kanaldeckeln sowie an vielen anderen Stellen. Über seine Kennzeichnungsfunktion hinaus verkörpert es einen hohen Grad von Identifikation zugunsten der wappenführenden Person oder Institution – in unserem Fall der Stadt Halle (Saale).

Mit dem Vortrag wird eine Annäherung an die Herkunft und die Symbolik des hallischen Stadtwappens versucht. Ausgangspunkte bilden die ältesten Wappendarstellungen sowie die Funktionen der gemeinen Figuren des Wappens (Mondsichel und Sterne) im mittelalterlichen Rechtsleben. Den Umstand, dass es sich dabei auch um Rechtssymbole handelt, belegen prominente illustrierte Rechtstexte und andere bildhafte Überlieferungen. Zudem werden die wichtigsten bisherigen Erklärungsversuche kurz vorgestellt. Die Ausführungen beruhen auf den jahrzehntelangen Forschungen des Referenten zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte Halles im Mittelalter sowie zur Rechtsikonographie.

Prof. Dr. Heiner Lück wurde 1954 in Nauendorf (Saalkreis) geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde er 1983 mit einer Dissertation zur „Spruchtätigkeit der Wittenberger Juristenfakultät“ bei Prof. Dr. Rolf Lieberwirth zum Dr. jur. promoviert. Habilitationen für Rechtsgeschichte und Bürgerliches Recht folgten 1988 in Halle bzw. 1993 in Gießen. Von 1994 bis 2019 lehrte Lück an der Juristischen Fakultät der Halleschen Universität, einen Ruf nach Greifswald 1994 und Passau 1999 lehnte er ab.

Lück ist seit 1998 Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, seit 2016 Korrespondierendes Mitglied der Nationalen Andalusischen Akademie für historisch-juristische Wissenschaften zu Córdoba und war von 2001 bis 2014 Mitglied des Landesverfassungsgerichts Sachsen-Anhalt.

Von 2004 bis 2020 fungierte Lück als Projektleiter des Langzeitforschungsvorhabens an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig „Das sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas“. Er ist zudem Mitherausgeber des „Handwörterbuchs zur deutschen Rechtsgeschichte“.

Seine Forschungsschwerpunkte umfassen den Sachsenspiegel, das Magdeburger Stadtrecht, mittelalterliche Rechtsbücher sowie die Gerichtsverfassung im Mittelalter und erstrecken sich auf die Bereiche Rechtsikonographie, Rechtsarchäologie, Reformation und Recht, Geschichte der Universität Wittenberg.

Zu seinen Publikationen zählen zehn Monographien, 46 Sammelbände, 356 wissenschaftliche Aufsätze und circa 260 Artikel in wissenschaftlichen Lexika.

  1. Portrait eines freundlichen weißhaarigen Herren in Anzug, weißem Hemd und mit Blumen verzierter dunkelrot-weiß-karierter Krawatte